Jahrestagung 2012
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Wer versorgt Deutschland in Zukunft: Personalmanagement und Employer Branding in der Hauswirtschaft
„Wir brauchen qualifiziertes Personal, um den Ansprüchen der immer anspruchsvolleren Kunden gerecht zu werden“, so Ute Krützmann, 1. Vorsitzende des Berufsverbandes Hauswirtschaft in ihren einleitenden Worten zur 40. Jahrestagung des Berufsverbandes Hauswirtschaft am 16. und 17. April in Münster. So war die zentrale Frage der Jahrestagung: „Wie schafft man es, geeignetes Personal in hauswirtschaftliche Betriebe zu bekommen?“ Etwa 100 Führungskräfte aus der Hauswirtschaft und zahlreiche Fachschüler in der Weiterbildung zur Hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin beschäftigten sich mit der Zukunft ihres Berufes und überlegten, was man dem drohenden Personalmangel in der Hauswirtschaft entgegensetzen könnte.
Auch Dr. Jürgen Lewerenz von der Schweriner Bildungswerkstatt fragte danach in seinem Vortrag „Wer versorgt und betreut Deutschland?“ Allein aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland werden Arbeitskräfte knapp. „Mit althergebrachten Methoden werden wir diese Lücke nicht schließen“, prophezeite Lewerenz. Er plädierte für eine Kompetenzpartnerschaft zwischen Pflege und Hauswirtschaft. Die Zukunft für die Hauswirtschaft sieht Lewerenz allerdings nicht positiv. Da sich die Einstellung zu einem Beruf sehr früh entwickelt, plädierte er für eine frühe hauswirtschaftliche Grundbildung in den Schulen. „Hauswirtschaftliche Berufe haben nicht nur Zukunft, sondern sie gestalten auch Zukunft“: Mit diesen Worten der baden-württembergischen Sozialministerin Katrin Altpeter unterstrich Lewerenz die Bedeutung des Berufsfeldes.

Doch die Frage ist, wie man gute Mitarbeiter bekommt. Claudia Naumann-Schiel, als Coach und Trainerin selbstständig tätig, ging in ihrem Vortrag auf die Möglichkeiten des Employer Branding ein. „Was unterscheidet mein Unternehmen von anderen Unternehmen?“ „ Warum ist es für Mitarbeiter interessant, gerade in meinem Unternehmen zu arbeiten?“ Naumann-Schiel versuchte den Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Tagung klar zu machen, dass man um Mitarbeiter werben müsse. Helfen könne dabei ein Blick durch die eigene „Großartigkeitsbrille“. Damit könne man vielleicht das Branding des Unternehmens oder der Arbeitsstelle finden unter dem Motto: Welchen Belohnungswert oder welchen Nutzen biete ich meinen Mitarbeitern? „Lösen Sie sich von nichtssagenden Floskeln und versuchen Sie in der Stellenanzeige für Ihr Unternehmen zu begeistern“, lautete der Tipp der Expertin.
Aufgrund des Fachkräftemangels könnte man davon ausgehen, dass sich die Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Marion Diehr, Wissenschaftlerin bei der Daimler AG, berichtete von Ergebnissen des Forschungsprojektes „Karriere 50 plus“. Das Potenzial der gut ausgebildeten Frauen über 50 werde von Arbeitgebern oft nicht erkannt. Diehr berichtete, dass Frauen trotz guter Ausbildung, hervorragender Qualifikation und persönlichem Einsatz oft der nächste Karriereschritt oder ein neuer Verantwortungsbereich verwehrt wird. Das habe zur Folge, dass Frauen aussteigen, resignieren oder vergeblich kämpfen. „Hier geht den Unternehmen ein wichtiger Schatz verloren“, so die Wissenschaftlerin.

Begonnen hatte die Jahrestagung mit den aktuellen Themen aus der Behindertenhilfe. Welches Umdenken erfordert die Umsetzung von „Inklusion“ von der Hauswirtschaft? Dazu referierte Ulrike Redmann von den von Bodelschwingschen Stiftungen in Bielefeld. Sie ist dort Referentin für Hauswirtschaft und Ernährung.
Für die Helferausbildung in der Hauswirtschaft, die nun Fachpraktiker/in Hauswirtschaft heißt, gibt es einen neuen Ausbildungsrahmenplan: Welche Änderungen ergeben sich dadurch für die Ausbildung und die Prüfungsanforderungen? Gisela Mettin vom Bundesinstitut für Berufsbildung stellte die Überlegungen bei der Entwicklung des Rahmenplanes durch ein Expertengremium vor; er muss nun noch von den einzelnen Bundesländern umgesetzt werden. Wie diese Ausbildung in der Praxis tatsächlich abläuft schilderte Susanne Hornauer vom Berufsverband Hauswirtschaft.

In der Mitgliedervollversammlung wurden die aktuellen Verbandsthemen vorgestellt und vor allem heiß über die Umbenennung der HBL in Bayern diskutiert.
Neben den Fachvorträgen hatten die Teilnehmer der Jahrestagung auch die Gelegenheit sich in Workshops ausführlich mit den Themen zu beschäftigen. Begleitend zur Fachtagung stellten über 20 Firmen ihre Produkte und Dienstleistungen vor.